AIDS geht über die Wupper!

28.11.2017 – Die Krankheit AIDS bildet das letzte Stadium einer HIV-Infektion. In Deutschland ist es mittlerweile möglich die Erkrankung an AIDS durch eine rechtzeitige Diagnose und einen frühen Therapiebeginn zu vermeiden. Dennoch sterben auch bei uns noch jährlich etwa 500 Menschen.

Im Jahr 2016 wurden dem Robert-Koch-Institut deutschlandweit 3100 HIV-Neuinfektionen gemeldet. Damit ist die Zahl gegenüber 2015 (damals 3200) relativ stabil geblieben. Etwa 1100 Menschen erfuhren 2016 erst von ihrer HIV-Infektion, als sie bereits an AIDS oder einem schweren Immundefekt erkrankt waren (Quelle). Dass trotz der vielen Fortschritte noch immer Menschen an AIDS erkranken oder sogar versterben, ist für Christoph Weber Vorstandsmitglied der AIDS-Hilfe Wuppertal eine bedenkliche Situation: „Wir dürfen nicht einfach akzeptieren, dass Menschen heute noch eine potenziell tödliche Krankheit bekommen, die sich längst vermeiden lässt. Rechtzeitig diagnostiziert und behandelt kann man mit HIV lange und gut leben.“

Unter dem Motto „Kein AIDS für alle!“ hat die Deutsche AIDS-Hilfe in diesem Jahr eine dreijährige Kampagne gestartet. Ihr Ziel ist, dass ab 2020 in Deutschland niemand mehr an AIDS erkrankt. Das Ende von AIDS ist möglich, denn die Voraussetzungen dafür sind bereits gegeben: Eine medikamentöse Therapie kann die Vermehrung des HI-Virus im Körper infizierter Menschen soweit reduzieren, dass die AIDS-Erkrankung vermieden und die Ansteckung anderer Menschen so gut wie ausgeschlossen werden kann. Ein Netz von guten Testangeboten bei Ärzt*innen, Gesundheitsämtern und vielen AIDS-Hilfen ermöglicht es eventuelle Infektionen – auch anonym – untersuchen zu lassen. Letztlich besteht ein gutes Versorgungsnetz für Menschen mit HIV, wodurch medizinische Behandlung und Beratung zu allen Fragen rund um HIV und AIDS jederzeit möglich sind.

Wenn die Bedingungen in Deutschland so gut sind, warum gibt es AIDS dann hier noch immer? Ein Grund dafür sind die immer noch vorhandene Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit HIV. Die Angst vor Ausgrenzung kann zur Vermeidung eines HIV-Tests führen. Oft denken auch Ärzt*innen bei Symptomen ihrer Patient*innen gar nicht an eine mögliche HIV-Infektion. Bei Frauen wird nicht selten erst durch das Angebot des HIV-Tests im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge die HIV-Diagnose gestellt. Dadurch wird ein rechtzeitiger Therapiebeginn in vielen Fällen verhindert. Um das Ziel „Kein AIDS für alle!“ bis 2020 zu erreichen braucht es deshalb das gesamte Engagement gegen Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit HIV, die Aufklärung über HIV-Tests und Therapiemöglichkeiten, sowie den Ausbau niedrigschwelliger Beratungsangebote.

Nachfragen und weitere Informationen richten Sie gern an:
Daniel Viebach, AIDS-Hilfe Wuppertal, Tel. 0202/450003, Email: ed.latw.eflihsdia@hcabeiv.d
Karin Hoeltz, AIDS- und STI-Koordination, Gesundheitsamt, Tel. 0151-55131263, Email: ed.latreppuw.tdats@ztleoh.nirak