HIV-Prävention ist vielfältig

28.11.2016 – Dank medizinischer Fortschritte gibt es heute viele Möglichkeiten zum Schutz vor einer HIV-Übertragung. Wichtig bleibt jedoch der Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV und AIDS. Darauf weist der Arbeitskreis Welt-AIDS-Tag Wuppertal anlässlich des Welt-AIDS-Tages (WAT) am 1. Dezember hin.

Der Arbeitskreis Welt-AIDS-Tag blickt in diesen Tagen zurück auf 30 Jahre AIDS-Arbeit in Wuppertal. In all den Jahren hat sich viel verändert. Die Zeit der großen Hilflosigkeit der ersten Jahre ist guten Behandlungsmöglichkeiten von HIV und AIDS gewichen. „Wenn Menschen früh diagnostiziert und rechtzeitig medikamentös behandelt werden, ist es ihnen heute möglich, gut mit ihrer HIV-Infektion zu leben,“ informiert Daniel Viebach von der AIDS-Hilfe Wuppertal. Medikamente ermöglichen mittlerweile eine annähernd normale Lebenserwartung. Dennoch gibt es auch nach wie vor die Situation, dass jemand nicht von seiner eigenen Infektion weiß oder eventuell erst in einem späteren Stadium davon erfährt. Je später die Infektion jedoch erkannt wird, desto mehr sinken die Aussichten auf ein gutes Weiterleben. So kommt es dazu, dass auch heute weiterhin Menschen an AIDS sterben können. Eine frühe Diagnostik ermöglicht einen früheren Zugang zur Therapie.

Die medizinischen Fortschritte der letzten Jahre sind immens. Die Schutzmöglichkeiten vor einer HIV-Übertragung und vor der Erkrankung an AIDS konnten wesentlich ausgeweitet werden. Gab es in den achtziger Jahren lediglich das Kondom zur Infektionsverhütung, so sind mittlerweile verschiedene medikamentöse Schutzmöglichkeiten hinzugekommen. Für HIV-Positive von besonderer Bedeutung ist der Schutz durch Therapie. Durch regelmäßige Medikamenteneinnahme wird die Vermehrung des Virus verhindert und die Viruslast im Blut sinkt unter die Nachweisgrenze „Ohne weitere Infektionen ist eine sexuelle Übertragung dann praktisch ausgeschlossen,“ erklärt Karin Hoeltz, AIDS- und STI-Koordinatorin vom Gesundheitsamt Wuppertal. Weltweit ist bisher nur ein Fall wissenschaftlich dokumentiert, in dem HIV trotz wirksamer Therapie übertragen worden ist, so die Deutsche AIDS-Hilfe. Auch dieser Fall ist nicht zweifelsfrei erwiesen.

HIV-Negative können ihr Risiko durch die vorsorgliche Einnahme von (HIV-)Medikamenten als Präexpositionsprophylaxe (PrEP) senken. Außerdem ermöglicht die kurzfristige Einnahme einer HIV-Kombinationstherapie nach einer relevanten Risikosituation als Postexpositionsprophylaxe (PEP), dass das Ansteckungsrisiko gesenkt wird.

Trotz dieser umfangreichen medizinischen und therapeutischen Verbesserungen sowie der faktische Unmöglichkeit, sich im normalen sozialen Kontakt anzustecken, halten sich die Vorbehalte gegenüber HIV-positiven Menschen aufrecht. Der Arbeitskreis möchte deshalb den Welt-AIDS-Tag zum Anlass nehmen, darauf hinzuweisen, dass es vor allem Stigmatisierungserfahrungen sind, die verhindern, dass HIV-Infizierte ein annähernd normales Leben führen können. Er tritt deshalb für einen informativen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema HIV und eine vorurteilsfreie Begegnung mit Menschen mit HIV und AIDS ein. Für ausführlichere Informationen zu allen genannten Themen bieten die Mitarbeiter_innen der AIDS-Hilfe Wuppertal und des Gesundheitsamtes Beratung an.

Nachfragen und weitere Informationen richten Sie gern an:

Daniel Viebach, AIDS-Hilfe Wuppertal, Tel. 0202/450003, Email: ed.latw.eflihsdia@hcabeiv.d

Karin Hoeltz, AIDS- und STI-Koordination, Gesundheitsamt, Tel. 0151-55131263, Email: ed.latreppuw.tdats@ztleoh.nirak